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Lohnt es sich, einen Volkswagen Touareg eHybrid (ab 2018) anstelle eines Dieselmotors zu wählen?

Volkswagen Touareg eHybrid (2018–heute) oder doch lieber Diesel? Eine fundierte Entscheidungshilfe für den deutschen Markt

Einleitung: Die Qual der Wahl beim Touareg

Seit 2018 ist die dritte Generation des Volkswagen Touareg auf dem deutschen Markt erhältlich. Neben den bewährten Dieselvarianten bietet VW mit dem Touareg eHybrid eine moderne Alternative, die auf Plug-in-Hybrid-Technologie setzt. Gerade in Zeiten steigender Umweltauflagen, sich wandelnder Steuerpolitik und wachsender Nachfrage nach alternativen Antrieben stellt sich für viele Interessenten die Frage: Lohnt es sich, den Touareg eHybrid einem klassischen Diesel vorzuziehen? Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Unterschiede, Vor- und Nachteile sowie die realen Erfahrungen deutscher Touareg-Fahrer.

Motorenpalette und technische Unterschiede

Diesel-Modelle: Bewährte Kraftpakete

Der Touareg ist traditionell für seine kräftigen und effizienten Dieselmotoren bekannt. In der aktuellen Generation (CR, ab 2018) stehen vor allem der 3.0 V6 TDI mit 231 PS oder 286 PS sowie der leistungsstarke 4.0 V8 TDI mit 421 PS im Fokus. Diese Aggregate bieten hohe Reichweiten, souveräne Fahrleistungen und sind besonders für Vielfahrer und Anhängerbetrieb beliebt. Der kombinierte Normverbrauch liegt laut WLTP zwischen 7,0 und 8,0 Litern pro 100 Kilometer, in der Praxis berichten viele Nutzer jedoch von Werten zwischen 8 und 10 Litern, abhängig von Fahrweise und Einsatzprofil.

Touareg eHybrid: Fortschrittliche Plug-in-Technologie

Der eHybrid kombiniert einen 3.0 V6-Benziner mit einem Elektromotor und einer 17,9-kWh-Batterie. Die Systemleistung beträgt 381 PS, das maximale Drehmoment 600 Nm. Im reinen Elektrobetrieb sind laut Hersteller bis zu 47 Kilometer möglich – realistisch sind im Alltag meist 30 bis 40 Kilometer, vor allem im Stadtverkehr. Der kombinierte Verbrauch wird mit 2,7 bis 2,9 Litern (plus Strom) angegeben, was jedoch nur bei konsequenter Nutzung der E-Reichweite erreichbar ist. Im Mischbetrieb mit leerer Batterie steigt der Verbrauch auf Werte von 7 bis 9 Litern Benzin, zuzüglich Stromkosten.

Preisgestaltung: Neu- und Gebrauchtwagen im Vergleich

Anschaffungskosten und Wertverlust

Der eHybrid ist in der Anschaffung deutlich teurer als die vergleichbaren Dieselmodelle. Während ein gebrauchter Touareg 3.0 TDI (ab Baujahr 2018) aktuell ab etwa 35.000 Euro zu haben ist, starten gepflegte eHybrid-Modelle meist erst ab 45.000 Euro. Neupreise liegen für den eHybrid bei rund 75.000 Euro, während der 3.0 TDI ab etwa 70.000 Euro erhältlich ist. Die Wertstabilität ist bei Dieseln traditionell hoch, allerdings gewinnen Hybride durch die aktuelle Förderpolitik und die steigende Nachfrage an Attraktivität. Laut dieser Analyse zum Wiederverkaufswert des Touareg ist der Wertverlust bei Hybriden aktuell noch etwas höher, könnte sich aber mit zunehmender Marktdurchdringung angleichen.

Steuern, Versicherung und laufende Kosten

Die Kfz-Steuer ist beim eHybrid dank niedriger CO₂-Emissionen (ab 61 g/km) deutlich günstiger als bei den Dieseln (ab 173 g/km). Für den eHybrid fallen meist weniger als 100 Euro jährlich an, während für den 3.0 TDI schnell 400 bis 600 Euro pro Jahr fällig werden. Die Versicherungskosten sind vergleichbar, können aber je nach Anbieter und Schadenfreiheitsklasse variieren. Wartungskosten liegen beim eHybrid auf ähnlichem Niveau wie beim Diesel, allerdings können Reparaturen an der Hochvoltbatterie oder der Elektronik teurer ausfallen. Die Inspektionsintervalle sind bei beiden Varianten identisch.

Verbrauch und Alltagstauglichkeit: Theorie versus Praxis

Realverbrauch im deutschen Alltag

Offizielle Verbrauchsangaben sind beim eHybrid stark von der individuellen Nutzung abhängig. Wer regelmäßig kurze Strecken fährt und zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, profitiert von sehr niedrigen Verbrauchswerten. Im reinen Stadtverkehr ist der eHybrid unschlagbar effizient. Auf Langstrecken oder bei leerer Batterie kehrt sich der Vorteil jedoch um: Hier ist der Diesel sparsamer und bietet zudem größere Reichweiten ohne Ladepausen. Viele Nutzer berichten in Foren wie Motor-Talk oder auf Facebook von einem durchschnittlichen Gesamtverbrauch von 5 bis 7 Litern beim eHybrid, sofern regelmäßig geladen wird. Beim Diesel pendelt sich der Realverbrauch auf 8 bis 9 Liter ein, bei zügiger Fahrweise auch darüber.

Ladeinfrastruktur und Flexibilität

Die Ladeinfrastruktur in Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden, dennoch bleibt das Laden für viele Touareg-eHybrid-Besitzer ein Thema. Mit einer maximalen Ladeleistung von 3,6 kW dauert eine Vollladung an der Wallbox rund 4,5 Stunden. Öffentliche Schnelllader sind für den eHybrid nicht nutzbar. Wer also keinen festen Ladepunkt zu Hause oder am Arbeitsplatz hat, kann die Vorteile des Plug-in-Hybrids nur eingeschränkt nutzen. Für Vielfahrer und Langstreckenpendler bleibt der Diesel aufgrund seiner Reichweite und Flexibilität oft die bessere Wahl.

Fahrverhalten, Komfort und Umweltaspekte

Fahrdynamik und Komfort

Beide Antriebsarten bieten das typische, souveräne Fahrgefühl eines Touareg. Der eHybrid punktet mit nahezu lautlosem Antrieb im Elektromodus und einer harmonischen Kraftentfaltung. Der Diesel überzeugt durch sein hohes Drehmoment und die Gelassenheit auf der Autobahn, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten oder im Anhängerbetrieb. Die Unterschiede im Fahrkomfort sind gering, wobei der eHybrid durch das zusätzliche Batteriegewicht etwas schwerer wirkt. Die Geräuschdämmung ist bei beiden Varianten auf hohem Niveau, wie zahlreiche Erfahrungsberichte bestätigen.

Umweltbilanz und steuerliche Vorteile

Der eHybrid schneidet bei den offiziellen CO₂-Werten deutlich besser ab und profitiert von steuerlichen Vergünstigungen sowie von der Förderung als Dienstwagen (0,5-Prozent-Regelung). Für Privatnutzer gibt es keine direkte Kaufprämie mehr, aber die geringere Kfz-Steuer bleibt ein Pluspunkt. Im Alltag hängt die tatsächliche Umweltbilanz stark vom Ladeverhalten und dem Strommix ab. Wer regelmäßig mit Ökostrom lädt, fährt lokal nahezu emissionsfrei. Der Diesel ist nach wie vor effizient, stößt jedoch mehr CO₂ und Stickoxide aus, was sich langfristig auf die Betriebskosten und die Akzeptanz in Umweltzonen auswirken kann.

Langzeitperspektive und Zuverlässigkeit

Erfahrungen aus der Community

In deutschen Autoforen und Facebook-Gruppen berichten viele Touareg-Besitzer von hoher Zuverlässigkeit beider Antriebsarten. Die Dieselmodelle sind ausgereift und gelten als langlebig, insbesondere der 3.0 TDI mit moderater Laufleistung. Beim eHybrid gibt es bislang keine auffälligen Probleme mit der Batterie oder der Elektronik, allerdings sind Langzeiterfahrungen noch begrenzt. Die Werkstattdichte und das Servicenetz von Volkswagen sind in Deutschland hervorragend, was die Wartung und Reparatur erleichtert. Ersatzteile sind für beide Varianten gut verfügbar, wobei die Kosten für Hybrid-spezifische Komponenten höher ausfallen können.

Wiederverkaufswert und Zukunftssicherheit

Die Dieselmodelle behalten ihren Wert bislang gut, könnten jedoch durch zukünftige Fahrverbote oder steuerliche Nachteile an Attraktivität verlieren. Der eHybrid profitiert von der wachsenden Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen und ist vor allem für urbane Regionen eine zukunftssichere Wahl. Die Entwicklung des Gebrauchtwagenmarkts bleibt spannend: Während Diesel in ländlichen Regionen weiterhin gefragt sind, steigt das Interesse an Hybriden in Städten und bei Dienstwagenfahrern.

Fazit: Für wen lohnt sich welcher Touareg?

Die Entscheidung zwischen dem Volkswagen Touareg eHybrid und einer Dieselvariante hängt maßgeblich vom individuellen Nutzungsprofil ab. Wer überwiegend in der Stadt unterwegs ist, regelmäßig laden kann und von steuerlichen Vorteilen profitieren möchte, ist mit dem eHybrid bestens beraten. Für Vielfahrer, Langstreckenpendler oder Nutzer mit hohem Anhängerbedarf bleibt der Diesel die praktischere und wirtschaftlichere Wahl. Beide Varianten bieten den gewohnten Touareg-Komfort, hohe Zuverlässigkeit und ein erstklassiges Fahrerlebnis. Die Wahl sollte daher gut abgewogen und an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.

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