Wie schneidet der VW Golf 4 im Vergleich zu früheren Generationen hinsichtlich Schalldämmung und Innenraumkomfort ab?
VW Golf 4: Antifonierung und Innenraumkomfort im Vergleich zu früheren Generationen
Einleitung: Der Golf 4 als Meilenstein der Kompaktklasse
Der VW Golf 4, produziert von 1997 bis 2003, markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der Kompaktklasse. Während seine Vorgänger – insbesondere der Golf 2 und Golf 3 – bereits solide Fahrzeuge waren, setzte der Golf 4 neue Maßstäbe in Sachen Qualität, Komfort und Geräuschdämmung. In deutschen Autoforen, Facebook-Gruppen und auf Plattformen wie Reddit wird der Golf 4 häufig als „erster moderner Golf“ bezeichnet. Besonders die Themen Antifonierung (Schalldämmung) und Innenraumkomfort stehen dabei im Fokus, wenn es um den Vergleich mit den älteren Generationen geht.
Antifonierung: Wie gut ist der Golf 4 wirklich gedämmt?
Technische Verbesserungen gegenüber Golf 2 und Golf 3
Mit dem Golf 4 führte Volkswagen eine deutlich verbesserte Geräuschdämmung ein. Während der Golf 2 (1983–1992) und Golf 3 (1991–1997) noch mit recht einfachen Dämmmaterialien auskamen, wurde beim Golf 4 auf eine umfassende Schalldämmung der Karosserie, Türen und des Motorraums gesetzt. Die Verwendung von dickeren Türdichtungen, zusätzlichen Dämmmatten im Fußraum und verbesserten Isolierungen im Bereich der Radkästen sorgte für eine spürbare Reduktion von Fahr-, Wind- und Abrollgeräuschen.
In der Praxis berichten viele Nutzer in deutschen Autoforen davon, dass der Golf 4 auf der Autobahn und bei höheren Geschwindigkeiten deutlich leiser ist als seine Vorgänger. Besonders im Vergleich zum Golf 3 fällt auf, dass Motor- und Windgeräusche weniger in den Innenraum dringen. Auch der subjektive Eindruck von „Wertigkeit“ wird durch die bessere Dämmung verstärkt.
Realität auf deutschen Straßen
Offizielle Daten zur Geräuschdämmung sind selten, doch Erfahrungsberichte aus der Community bestätigen: Der Golf 4 bietet ein angenehmes Geräuschniveau, das auch heute noch mit vielen modernen Kleinwagen mithalten kann. Die Dämmung ist jedoch nicht auf dem Niveau aktueller Kompaktklasse-Modelle, was sich vor allem bei sehr hohen Geschwindigkeiten oder auf grobem Asphalt bemerkbar macht.
Einige Schwachstellen werden in Foren ebenfalls genannt: So neigen ältere Modelle zu erhöhten Windgeräuschen an den Außenspiegeln und den Türdichtungen, wenn diese nicht mehr ganz frisch sind. Auch die Dämmung im Bereich der hinteren Radkästen ist nicht perfekt, was bei schlechten Straßen zu hörbaren Abrollgeräuschen führen kann.
Vergleich zu den Vorgängern: Ein Quantensprung
- Golf 2: Kaum Dämmmaterial, laute Motor- und Windgeräusche, spartanischer Innenraum.
- Golf 3: Erste Verbesserungen bei der Dämmung, aber noch immer deutlich lauter als moderne Fahrzeuge.
- Golf 4: Spürbar leiser, hochwertigere Materialien, besseres Isolationskonzept.
Innenraumkomfort: Materialien, Ergonomie und Ausstattung
Materialqualität und Haptik
Der Golf 4 setzte neue Maßstäbe in Sachen Materialauswahl und Verarbeitungsqualität. Während der Golf 3 noch mit viel Hartplastik und einfachen Stoffen auskommen musste, bot der Golf 4 weiche Oberflächen, solide Schalter und eine insgesamt hochwertigere Anmutung. Die Sitze sind besser gepolstert, bieten mehr Seitenhalt und sind auch auf längeren Strecken bequem.
Viele Besitzer loben in Foren und Facebook-Gruppen die Langlebigkeit der Innenausstattung. Selbst nach über 20 Jahren wirken viele Golf 4-Innenräume noch gepflegt, sofern sie nicht extrem vernachlässigt wurden. Das spricht für die hohe Fertigungsqualität dieser Generation.
Ergonomie und Platzangebot
Im Vergleich zu den Vorgängern ist der Golf 4 spürbar gewachsen. Das Platzangebot auf den vorderen Sitzen ist großzügig, die Bedienung logisch und übersichtlich. Die Rückbank bietet ausreichend Platz für zwei Erwachsene, wobei der Mittelsitz eher für kürzere Strecken geeignet ist. Der Kofferraum fasst 330 Liter – ein ordentlicher Wert für die Kompaktklasse dieser Zeit.
Die Sitzposition ist angenehm hoch, die Sicht nach vorne und zur Seite sehr gut. Lediglich die breite C-Säule schränkt die Sicht nach hinten etwas ein, was aber typisch für viele Fahrzeuge dieser Baujahre ist.
Ausstattung und Komfortfeatures
- Klimaanlage (je nach Ausstattungslinie)
- Elektrische Fensterheber
- Zentralverriegelung mit Fernbedienung
- Höhenverstellbare Sitze
- Optional: Sitzheizung, Tempomat, Schiebedach
Im Vergleich zum Golf 3 war die Serien- und Sonderausstattung des Golf 4 deutlich umfangreicher. Viele Komfortfeatures, die heute selbstverständlich sind, hielten erstmals in der Kompaktklasse Einzug.
Motoren, Baujahre und Preisentwicklung auf dem deutschen Markt
Verfügbare Motoren und Baujahre
Der Golf 4 wurde von 1997 bis 2003 gebaut, in einigen Märkten noch bis 2006 als Sondermodell. Die Motorenpalette reichte von sparsamen 1.4- und 1.6-Liter-Benzinern über die beliebten 1.9 TDI-Diesel bis hin zu sportlichen Varianten wie dem GTI, V5 und dem legendären R32.
- Benziner: 1.4, 1.6, 1.8, 2.0, 2.3 V5, 2.8/3.2 VR6/R32
- Diesel: 1.9 SDI, 1.9 TDI (verschiedene Leistungsstufen)
Die TDI-Modelle sind besonders auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt gefragt, da sie als robust und sparsam gelten. Allerdings sind die Preise für gepflegte Exemplare in den letzten Jahren gestiegen, da der Golf 4 zunehmend als „Youngtimer“ wahrgenommen wird.
Gebraucht- und Neupreise, lokale Steuern und Unterhaltskosten
Neupreise für den Golf 4 lagen je nach Ausstattung und Motorisierung zwischen ca. 25.000 und 40.000 DM (umgerechnet 12.500 bis 20.000 Euro). Heute bewegen sich die Gebrauchtwagenpreise für fahrbereite Modelle mit TÜV meist zwischen 1.500 und 4.000 Euro. Besonders gepflegte oder seltene Varianten (z.B. R32) können deutlich teurer sein.
Die Kfz-Steuer richtet sich nach Hubraum und Emissionsklasse. Für einen typischen 1.9 TDI mit Euro 3 fallen rund 300–350 Euro jährlich an. Die Versicherungskosten sind moderat, Ersatzteile günstig und die Werkstattdichte für den Golf 4 ist in Deutschland hervorragend. Der Verbrauch liegt in der Praxis meist etwas über den Werksangaben, was an den realen Fahrbedingungen, dem Alter der Fahrzeuge und der Kraftstoffqualität liegt.
Fazit: Der Golf 4 als komfortabler und leiser Alltagsbegleiter
Der VW Golf 4 hat die Kompaktklasse in puncto Antifonierung und Innenraumkomfort auf ein neues Niveau gehoben. Gegenüber den Generationen 2 und 3 bietet er spürbar mehr Ruhe im Innenraum, eine hochwertigere Ausstattung und ein angenehmes Fahrgefühl – auch auf langen Strecken. Die Kombination aus solider Technik, guter Ersatzteillage und moderaten Unterhaltskosten macht den Golf 4 auch heute noch zu einer attraktiven Wahl auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
Wer Wert auf ein leises, komfortables und langlebiges Kompaktfahrzeug legt, findet im Golf 4 eine überzeugende Option. Weitere Unterschiede zwischen dem Golf 4 und dem Golf 3 werden ausführlich auf autogrande.de behandelt.
Der Golf 4 bleibt ein Meilenstein in der Geschichte von Volkswagen – und das nicht nur wegen seines Designs, sondern vor allem wegen seines Komforts und seiner Alltagstauglichkeit.