Gibt es irgendwelche Zuverlässigkeitsprobleme beim Volkswagen Touareg (dritte Generation 2018–heute)?
Volkswagen Touareg (dritte Generation, 2018–heute): Gibt es Zuverlässigkeitsprobleme?
Überblick: Der VW Touareg III auf dem deutschen Markt
Der Volkswagen Touareg der dritten Generation, intern als CR oder Typ 7P8 bezeichnet, ist seit 2018 auf dem Markt und zählt zu den Flaggschiffen im SUV-Portfolio von VW. Mit modernster Technik, luxuriöser Ausstattung und einer breiten Motorenpalette richtet sich das Modell an anspruchsvolle Fahrer, die Wert auf Komfort, Fahrleistung und Prestige legen. In Deutschland ist der Touareg als Neuwagen und Gebrauchtwagen gefragt – die Preise für Gebrauchte starten ab etwa 35.000 Euro, während Neufahrzeuge je nach Ausstattung und Motorisierung schnell die 90.000-Euro-Marke überschreiten können.
Motoren und technische Ausstattung
Die Motorenpalette umfasst leistungsstarke V6-TDI-Diesel mit 231 bis 286 PS, V6-Benziner mit 340 PS sowie seit 2020 den Plug-in-Hybrid Touareg eHybrid (381 PS Systemleistung) und das Topmodell Touareg R (462 PS Systemleistung). Alle Varianten verfügen über Allradantrieb (4MOTION) und das bewährte 8-Gang-Automatikgetriebe von ZF. Die Ausstattungsliste ist lang: Matrix-LED-Scheinwerfer, Luftfederung, digitale Cockpits und zahlreiche Assistenzsysteme sind verfügbar.
Bekannte Zuverlässigkeitsprobleme: Erfahrungen aus der Praxis
Elektronik und Software: Kinderkrankheiten und Updates
Ein wiederkehrendes Thema in Foren und Facebook-Gruppen ist die komplexe Elektronik des Touareg III. Viele Nutzer berichten von sporadischen Fehlermeldungen im Infotainment-System, Problemen mit dem digitalen Cockpit (Innovision Cockpit) und gelegentlichen Ausfällen von Assistenzsystemen wie dem Notbremsassistenten oder dem Spurhalteassistenten. In den meisten Fällen helfen Software-Updates, die in der Vertragswerkstatt aufgespielt werden. Dennoch kann es zu wiederholten Werkstattbesuchen kommen, was gerade bei Neufahrzeugen für Unmut sorgt. Die Ursache liegt oft in der Vielzahl an Steuergeräten und der komplexen Vernetzung im Fahrzeug.
Fahrwerk und Luftfederung: Komfort mit Wartungsbedarf
Die optionale Luftfederung sorgt für exzellenten Fahrkomfort, ist aber auch ein potenzieller Schwachpunkt. In Foren wie Motor-Talk und auf Reddit berichten einige Besitzer von Problemen mit undichten Luftbälgen oder defekten Kompressoren, meist nach höheren Laufleistungen (über 80.000 km). Die Reparaturkosten können vierstellig ausfallen. Wer einen Gebrauchten mit Luftfederung ins Auge fasst, sollte auf ungewöhnliche Geräusche oder eine schiefe Fahrzeuglage achten.
Getriebe und Allradantrieb: Robust, aber nicht unfehlbar
Das 8-Gang-Automatikgetriebe von ZF gilt grundsätzlich als zuverlässig. Dennoch gibt es vereinzelt Berichte über ruckelnde Schaltvorgänge oder verzögertes Ansprechen, insbesondere bei Kaltstarts. Regelmäßige Wartung und Getriebeölwechsel sind hier entscheidend, um teure Schäden zu vermeiden. Mehr dazu finden Sie im Artikel Benötigt das Automatikgetriebe des Volkswagen Touareg dritte Generation ab 2018 besondere Wartungsarbeiten?.
Motoren: Diesel, Benziner und Hybrid im Vergleich
Die V6-TDI-Dieselmotoren sind in Deutschland besonders beliebt. Sie gelten als laufruhig und durchzugsstark, zeigen aber vereinzelt Probleme mit der Abgasrückführung (AGR-Ventil) und dem AdBlue-System. Bei hohen Laufleistungen können Injektoren und Turbolader verschleißen. Die Benzinmotoren sind weniger anfällig, aber durstiger. Die Plug-in-Hybrid-Modelle sind technisch komplex; hier berichten Nutzer gelegentlich von Problemen mit der Ladeelektronik oder dem Zusammenspiel zwischen Verbrenner und E-Motor, was sich meist durch Software-Updates beheben lässt.
Unterschiede zwischen offiziellen Angaben und der Realität in Deutschland
Kraftstoffverbrauch: Theorie und Praxis
Volkswagen gibt für den Touareg III moderate Verbrauchswerte an (z. B. 6,6–7,1 l/100 km für den V6 TDI). In der Realität liegen die Werte auf deutschen Straßen oft höher, insbesondere im Stadtverkehr oder bei zügiger Autobahnfahrt. Viele Nutzer berichten von realen Durchschnittsverbräuchen zwischen 8 und 9 Litern Diesel, bei den Benzinern sogar 10–12 Liter. Plug-in-Hybride erreichen die angegebenen niedrigen Werte nur bei regelmäßigem Laden und Kurzstreckenbetrieb.
Kraftstoffqualität und Wartungsnetz
Die Motoren sind auf hochwertige Kraftstoffe und regelmäßige Wartung angewiesen. In Deutschland ist das Tankstellennetz sehr gut ausgebaut, und auch das VW-Service-Netz ist dicht. Dennoch können Wartungskosten für einen Touareg deutlich höher ausfallen als bei Kompaktmodellen. Insbesondere Inspektionen, Bremsen und Reifen sind in der Oberklasse preisintensiv.
Steuern und laufende Kosten
Die jährliche Kfz-Steuer richtet sich nach Hubraum und CO2-Ausstoß. Für einen V6 TDI mit 3,0 Litern Hubraum und moderaten Emissionen fallen etwa 400–600 Euro pro Jahr an. Die Versicherungskosten sind ebenfalls hoch, da der Touareg in einer hohen Typklasse eingestuft ist. Die jährliche Kfz-Steuer eines Volkswagen Touareg kann je nach Motorisierung und Baujahr deutlich variieren.
Typische Schwachstellen und Wartungstipps
- Elektronik: Regelmäßige Software-Updates und Kontrolle der Assistenzsysteme.
- Luftfederung: Auf Geräusche und Fahrwerkshöhe achten, insbesondere bei Gebrauchten.
- Getriebe: Getriebeölwechsel nach Herstellervorgabe durchführen lassen.
- Dieselmotoren: AdBlue-System und AGR-Ventil im Auge behalten.
- Hybridmodelle: Funktion der Ladeelektronik regelmäßig prüfen.
Fazit: Wie zuverlässig ist der VW Touareg III wirklich?
Der Volkswagen Touareg der dritten Generation ist ein technisch anspruchsvolles und komfortables SUV, das im Alltag durch hohe Fahrleistungen, Komfort und moderne Ausstattung überzeugt. Die meisten Zuverlässigkeitsprobleme betreffen die komplexe Elektronik und die optionale Luftfederung – beides ist bei Fahrzeugen dieser Klasse jedoch keine Seltenheit. Die Motoren gelten als robust, sofern Wartung und Pflege nicht vernachlässigt werden. Wer sich für einen Touareg entscheidet, sollte sich der höheren Unterhaltskosten und des Wartungsaufwands bewusst sein, erhält dafür aber ein souveränes und sicheres Fahrzeug, das auch im harten deutschen Alltag überzeugt.