Welche Neuerungen bietet der Volkswagen Touareg der dritten Generation (2018–heute) im Vergleich zum Touareg 7P der zweiten Generation (2010–2018)?
Volkswagen Touareg: Die wichtigsten Neuerungen der dritten Generation (2018–heute) im Vergleich zur zweiten Generation (2010–2018)
Einleitung: Evolution eines Premium-SUVs
Der Volkswagen Touareg zählt seit Jahren zu den beliebtesten Oberklasse-SUVs auf dem deutschen Markt. Mit dem Generationswechsel 2018 hat Volkswagen das Modell grundlegend überarbeitet und zahlreiche Innovationen eingeführt. In diesem Beitrag analysieren wir die wichtigsten Unterschiede zwischen der dritten Generation (CR, ab 2018) und der zweiten Generation (7P, 2010–2018) des Touareg. Dabei berücksichtigen wir nicht nur die offiziellen Daten, sondern auch die Erfahrungen aus der Community, aktuelle Marktpreise, Motorenvarianten sowie die Auswirkungen auf Unterhalt und Alltag in Deutschland.
Design und Karosserie: Mehr Dynamik und Luxus
Größere Abmessungen und neues Design
Die dritte Generation des Touareg ist in nahezu allen Dimensionen gewachsen. Mit einer Länge von 4,88 Metern (+8 cm) und einer Breite von 1,98 Metern (+4 cm) wirkt der neue Touareg deutlich präsenter auf der Straße. Das Design orientiert sich stärker an den Premium-Konkurrenten wie BMW X5 oder Mercedes GLE, mit einer markanteren Front, schärferen Linien und einem eleganteren Heck. Die Karosserie basiert nun auf dem modularen Längsbaukasten (MLB Evo), der auch bei Audi Q7, Porsche Cayenne und Bentley Bentayga zum Einsatz kommt. Dies bringt Vorteile bei Gewicht, Steifigkeit und Fahrdynamik.
Innenraum: Digitales Cockpit und mehr Komfort
Im Innenraum setzt Volkswagen mit dem sogenannten „Innovision Cockpit“ neue Maßstäbe. Das digitale Kombiinstrument (12 Zoll) und das zentrale Infotainment-Display (bis zu 15 Zoll) verschmelzen zu einer durchgehenden Glasfläche. Die Bedienung erfolgt fast ausschließlich über Touch, Gesten und Sprache. Hochwertige Materialien, Ambientebeleuchtung und neue Komfortsitze mit Massage- und Klimafunktion heben das Interieur auf ein neues Niveau. Im Vergleich zur zweiten Generation wirkt der Innenraum moderner und luxuriöser, was besonders Vielfahrer und Technikliebhaber anspricht.
Technik und Ausstattung: Fortschritt auf allen Ebenen
Assistenzsysteme und Fahrwerk
Die dritte Generation des Touareg bietet eine Vielzahl neuer Assistenzsysteme, die in der zweiten Generation entweder nicht verfügbar oder nur eingeschränkt erhältlich waren. Dazu gehören:
- Nachtsichtassistent mit Wärmebildkamera
- Head-up-Display in Windschutzscheibe
- Stauassistent für teilautomatisiertes Fahren bis 60 km/h
- Aktiver Spurhalteassistent und Kreuzungsassistent
- 4D-Luftfederung mit Wankstabilisierung (elektromechanisch)
Das Fahrwerk wurde ebenfalls überarbeitet: Die optionale Allradlenkung verbessert die Wendigkeit in der Stadt und die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Die Luftfederung mit adaptiver Dämpferregelung sorgt für ein komfortables und dennoch dynamisches Fahrverhalten, das in der Community besonders gelobt wird.
Infotainment und Konnektivität
Im Bereich Infotainment setzt der neue Touareg Maßstäbe: Das „Discover Premium“-System mit 15-Zoll-Touchscreen, Online-Navigation, Echtzeit-Verkehrsdaten, Apple CarPlay/Android Auto und Over-the-Air-Updates ist serienmäßig oder optional verfügbar. Die Sprachsteuerung wurde deutlich verbessert und versteht nun auch natürliche Sprache. Im Vergleich zur zweiten Generation, bei der das Infotainment als veraltet galt, ist die dritte Generation auf Augenhöhe mit den besten Systemen der Konkurrenz.
Motoren und Antrieb: Effizienz und Leistung im Fokus
Motorenpalette: Downsizing und neue Technologien
Die Motorenpalette des Touareg wurde mit der dritten Generation überarbeitet. Während die zweite Generation (7P) noch mit V6- und V8-Benzinern sowie V6- und V8-TDI-Dieseln angeboten wurde, setzt die aktuelle Generation zunächst auf V6-Diesel (231 PS, 286 PS) und V6-Benziner (340 PS). Der V8-TDI (421 PS) wurde 2019 nachgereicht, ist aber seit 2020 aufgrund der Abgasnormen nicht mehr bestellbar. Neu ist der Plug-in-Hybrid „Touareg eHybrid“ (381 PS Systemleistung), der besonders für Dienstwagenfahrer aufgrund der steuerlichen Vorteile attraktiv ist.
Alltagserfahrungen: Verbrauch und Unterhalt in Deutschland
Offiziell gibt Volkswagen für die V6-TDI-Modelle einen kombinierten Verbrauch von 6,6 bis 7,0 Litern an. In der Praxis berichten viele Fahrer in deutschen Foren jedoch von realistischen Werten zwischen 7,5 und 9,0 Litern, abhängig von Fahrweise, Beladung und Streckenprofil. Die Plug-in-Hybrid-Variante kann auf kurzen Strecken rein elektrisch fahren, verbraucht aber bei leerem Akku ähnlich viel wie der V6-Benziner. Die Kfz-Steuer ist in Deutschland für Dieselmodelle aufgrund des höheren CO2-Ausstoßes und der Partikelanzahlfilter etwas teurer, während der Plug-in-Hybrid von einer reduzierten Steuer und möglichen Förderungen profitiert.
Gebraucht- und Neupreise: Wertentwicklung und Kosten
Preise auf dem deutschen Markt
Die Preise für einen neuen Touareg der dritten Generation starten aktuell bei etwa 67.000 Euro (V6 TDI), mit gehobener Ausstattung und Extras sind schnell 85.000 bis 100.000 Euro möglich. Gebrauchte Modelle der zweiten Generation (7P) sind ab etwa 18.000 Euro (Baujahr 2014, hohe Laufleistung) bis 35.000 Euro (letzte Baujahre, wenig Kilometer) erhältlich. Die dritte Generation ist als Gebrauchtwagen ab etwa 45.000 Euro (Baujahr 2018, mittlere Ausstattung) verfügbar. Die Wertstabilität ist im Vergleich zu anderen Oberklasse-SUVs solide, jedoch sind die Unterhaltskosten (Versicherung, Wartung, Ersatzteile) auf hohem Niveau.
Steuern, Versicherung und Wartung
Die Kfz-Steuer richtet sich nach Hubraum und CO2-Ausstoß. Für einen V6-TDI (286 PS) der dritten Generation fallen etwa 450–600 Euro jährlich an. Die Versicherungseinstufung liegt in den Typklassen 25–29 (Haftpflicht), was je nach Region und Schadenfreiheitsklasse zu Jahresprämien zwischen 800 und 1.500 Euro führen kann. Die Wartungskosten sind höher als bei Mittelklasse-SUVs, da viele Komponenten aufwändig und Ersatzteile teuer sind. Ein Vorteil ist das dichte Volkswagen-Servicenetz in Deutschland, das eine gute Versorgung mit Ersatzteilen und schnellen Service garantiert.
Fahrverhalten und Alltagstauglichkeit: Unterschiede im Detail
Fahrkomfort und Dynamik
Die dritte Generation des Touareg profitiert spürbar vom neuen Fahrwerk, der verbesserten Geräuschdämmung und den modernen Assistenzsystemen. Das Fahrzeug fährt sich agiler, leiser und komfortabler als der Vorgänger. Besonders die optionale Allradlenkung und die Luftfederung werden von Fahrern in Foren wie Motor-Talk und Reddit gelobt. Die zweite Generation gilt als robust und zuverlässig, wirkt aber im direkten Vergleich weniger modern und komfortabel.
Alltagserfahrungen in Deutschland
Im deutschen Alltag zeigen sich die Vorteile der dritten Generation besonders auf langen Autobahnfahrten und im Stadtverkehr. Die neuen Assistenzsysteme entlasten den Fahrer im Stau und auf der Landstraße. Die höhere Anhängelast (bis zu 3,5 Tonnen) macht den Touareg weiterhin zur ersten Wahl für Wohnwagen- und Bootsbesitzer. Die Größe des Fahrzeugs kann in engen Parkhäusern jedoch zum Nachteil werden, weshalb die 360-Grad-Kamera und der Parkassistent sehr empfehlenswert sind.
Fazit: Lohnt sich der Umstieg auf die dritte Generation?
Der Wechsel von der zweiten zur dritten Generation des Volkswagen Touareg bringt zahlreiche Vorteile: modernes Design, digitale Cockpits, innovative Assistenzsysteme, effizientere Motoren und ein deutlich gesteigerter Fahrkomfort. Die dritte Generation ist technisch auf dem neuesten Stand und bietet ein Premium-Erlebnis, das sich vor der Konkurrenz nicht verstecken muss. Wer Wert auf aktuelle Technik, Komfort und Sicherheit legt, ist mit dem neuen Touareg bestens bedient. Für preisbewusste Käufer bleibt die zweite Generation eine attraktive Alternative mit bewährter Technik und solider Ausstattung. Weitere Details zu den Unterschieden zwischen den Generationen finden Sie auch im Beitrag Was sind die Hauptunterschiede zwischen dem Volkswagen Touareg 7L (erste Generation) und dem Touareg 7P (zweite Generation)?.
Glossar: Wichtige Begriffe einfach erklärt
- MLB Evo: Modularer Längsbaukasten, Plattform für große Fahrzeuge des VW-Konzerns
- Innovision Cockpit: Digitales Kombiinstrument und Infotainment-Display als durchgehende Einheit
- Plug-in-Hybrid: Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor, extern aufladbar
- Allradlenkung: Hinterräder lenken mit, verbessert Wendigkeit und Stabilität
- Wankstabilisierung: Elektronisches System zur Reduzierung der Seitenneigung in Kurven