Wie hoch ist die Steuer für Benzin- und Dieselmotoren im VW Golf 4?
Wie hoch ist die Kfz-Steuer für Benzin- und Dieselmotoren beim VW Golf 4?
Überblick: Der VW Golf 4 auf dem deutschen Markt
Der VW Golf 4, produziert von 1997 bis 2003, zählt zu den beliebtesten Kompaktwagen Deutschlands. Er überzeugt durch solide Technik, ein breites Motorenangebot und günstige Unterhaltskosten. Gerade auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist der Golf 4 nach wie vor gefragt. Die Motorenpalette reicht von sparsamen Benzinern mit 1,4 Litern Hubraum bis hin zu kräftigen Dieselaggregaten wie dem 1.9 TDI. Die Kfz-Steuer – im Volksmund oft als „Impost“ bezeichnet – ist ein wichtiger Kostenfaktor für Halter und hängt maßgeblich von Motorart, Hubraum und Emissionsklasse ab.
Kfz-Steuer in Deutschland: Grundlagen und Berechnung
Die Kfz-Steuer (offiziell: Kraftfahrzeugsteuer) wird in Deutschland jährlich erhoben. Für Fahrzeuge, die vor dem 1. Juli 2009 erstmals zugelassen wurden – wie der Golf 4 – richtet sich die Steuer nach Hubraum und Kraftstoffart. Die Emissionsklasse spielt ebenfalls eine Rolle. Die Steuer wird pro angefangene 100 cm³ Hubraum berechnet. Dieselmodelle werden aufgrund höherer Emissionen und Partikelausstoß grundsätzlich höher besteuert als Benziner.
- Benziner: 6,75 € pro 100 cm³ Hubraum
- Diesel: 15,44 € pro 100 cm³ Hubraum
Zusätzlich gibt es Steuervergünstigungen für Fahrzeuge mit besonders niedrigen Emissionen (z. B. Euro 3 oder besser), die beim Golf 4 aber je nach Baujahr und Motorisierung unterschiedlich ausfallen.
Typische Motorisierungen des VW Golf 4 und ihre Steuer
Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Motoren des Golf 4 und die daraus resultierende Kfz-Steuer (Stand 2024, ohne Sonderregelungen oder Steuerbefreiungen):
| Motor | Hubraum (cm³) | Kraftstoff | Jährliche Steuer (ca.) |
|---|---|---|---|
| 1.4 16V | 1390 | Benzin | 94 € |
| 1.6 | 1595 | Benzin | 108 € |
| 1.8 / 1.8T | 1781 | Benzin | 121 € |
| 2.0 | 1984 | Benzin | 134 € |
| 1.9 SDI/TDI | 1896 | Diesel | 293 € |
Die Werte können je nach Emissionsklasse leicht variieren. Besonders bei den Dieselmotoren ist die Steuerlast deutlich höher als bei vergleichbaren Benzinern. Dies ist ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Motors, insbesondere für Wenigfahrer.
Einfluss der Emissionsklasse auf die Steuer
Die Emissionsklasse (z. B. Euro 2, Euro 3, Euro 4) beeinflusst die Kfz-Steuer maßgeblich. Die meisten Golf 4 Modelle erfüllen mindestens Euro 3, spätere Baujahre sogar Euro 4. Fahrzeuge mit Euro 4 erhalten einen Steuerabschlag, während Modelle mit schlechterer Einstufung (Euro 2 oder schlechter) einen Zuschlag zahlen müssen. Die genaue Einstufung findet sich im Fahrzeugschein unter „Schlüsselnummer zu 1“.
- Euro 2: Standardsteuer
- Euro 3: Steuerermäßigung
- Euro 4: Weitere Steuerermäßigung
Für den Golf 4 ist die Euro 3-Einstufung am häufigsten. Nachrüstungen mit Partikelfiltern können die Steuer bei älteren Dieseln senken, lohnen sich aber wirtschaftlich selten.
Offizielle Daten vs. Realität: Steuer, Verbrauch und Unterhalt
Offizielle Steuerdaten sind klar geregelt, doch im Alltag spielen weitere Faktoren eine Rolle. Viele Golf 4 Besitzer berichten in Foren wie Motor-Talk oder auf Facebook-Gruppen, dass die tatsächlichen Unterhaltskosten – inklusive Steuer, Versicherung und Wartung – oft unterschätzt werden. Gerade bei älteren Dieseln kann die hohe Steuer die günstigen Verbrauchswerte relativieren. Auch der reale Kraftstoffverbrauch liegt meist über den Werksangaben, was die Gesamtkosten weiter erhöht.
Die Qualität des Kraftstoffs, das regionale Klima und der Zustand des Fahrzeugs beeinflussen ebenfalls den Verbrauch. In Deutschland ist das Servicenetz für den Golf 4 hervorragend, Ersatzteile sind günstig und überall verfügbar. Dennoch sollte man bei der Wahl zwischen Benziner und Diesel die jährliche Fahrleistung, die Steuerbelastung und die Wartungskosten abwägen.
Fachbegriffe einfach erklärt
- Hubraum: Das Volumen, das alle Zylinder eines Motors zusammen aufweisen. Je größer der Hubraum, desto höher die Steuer.
- Emissionsklasse: Gibt an, wie sauber ein Auto ist. Je höher die Klasse (z. B. Euro 4), desto niedriger die Steuer.
- Kfz-Steuer: Jährliche Abgabe an den Staat für das Halten eines Fahrzeugs, abhängig von Motor, Kraftstoff und Emissionen.
- Partikelfilter: Vorrichtung bei Dieselmotoren, die Rußpartikel aus dem Abgas filtert und die Emissionsklasse verbessert.
Gebrauchtwagenpreise und Gesamtkosten
Der VW Golf 4 ist auf dem Gebrauchtmarkt sehr beliebt. Die Preise variieren je nach Zustand, Laufleistung und Motorisierung zwischen 1.000 und 4.000 Euro. Benziner sind meist günstiger in der Anschaffung und im Unterhalt, während Dieselmodelle durch die hohe Steuer und mögliche Nachrüstkosten teurer werden können. Die Wartungskosten sind moderat, Verschleißteile wie Bremsen, Kupplung oder Auspuff sind erschwinglich. Eine detaillierte Übersicht zu typischen Wartungskosten finden Sie auf autogrande.de.
Fazit: Steuerbelastung beim VW Golf 4 im Überblick
Die Kfz-Steuer für den VW Golf 4 ist bei Benzinern deutlich günstiger als bei Dieseln. Während ein 1.4-Liter-Benziner mit rund 94 Euro pro Jahr zu Buche schlägt, kostet ein vergleichbarer 1.9 TDI Diesel schnell über 290 Euro jährlich. Die Emissionsklasse kann die Steuerlast senken, ist aber bei älteren Modellen oft nicht optimal. Wer einen Golf 4 als Gebrauchtwagen kauft, sollte die Steuerbelastung in die Gesamtkalkulation einbeziehen. Im Vergleich zu neueren Modellen bleibt der Golf 4 jedoch ein günstiges und zuverlässiges Fahrzeug, das auch heute noch viele Fans überzeugt.