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Worin bestehen die Unterschiede zwischen dem VW Golf 4 und dem VW Golf 3?

Unterschiede zwischen VW Golf 4 und VW Golf 3: Ein umfassender Vergleich für den deutschen Markt

Einleitung: Zwei Generationen, zwei Philosophien

Der VW Golf ist seit Jahrzehnten ein Synonym für Zuverlässigkeit, Alltagstauglichkeit und Vielseitigkeit auf deutschen Straßen. Besonders die Modelle Golf 3 (Baujahre 1991–1997) und Golf 4 (Baujahre 1997–2003) werden häufig miteinander verglichen, da sie für viele Autofahrer den Einstieg in die Welt des Kompaktwagens markierten. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Unterschiede zwischen diesen beiden Generationen – von Technik und Motoren über Design und Fahrverhalten bis hin zu Kosten, Steuern und der Realität auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt.

Design und Karosserie: Evolution statt Revolution

Optische Unterschiede

Der Golf 3 präsentierte sich Anfang der 1990er Jahre mit rundlichen Formen, die den Zeitgeist widerspiegelten. Die Scheinwerfer waren oval, die Linienführung weich und die Karosserie insgesamt kompakt. Der Golf 4 hingegen setzte auf klare, sachliche Linien und eine deutlich modernere Optik. Die Front wurde kantiger, die Scheinwerfer rechteckig und die gesamte Karosserie wirkte hochwertiger verarbeitet. Besonders auffällig: Die Spaltmaße und die Lackqualität wurden beim Golf 4 spürbar verbessert, was sich bis heute auf die Wertstabilität auswirkt.

Karosserievarianten

Beide Modelle waren als Drei- und Fünftürer sowie als Variant (Kombi) erhältlich. Während der Golf 3 noch als Cabrio und Stufenheck angeboten wurde, setzte der Golf 4 verstärkt auf den Variant und das sportliche GTI-Image. Die Sicherheitsausstattung wurde beim Golf 4 mit serienmäßigen Seitenairbags und ABS deutlich aufgewertet.

Technik und Motoren: Fortschritt in kleinen Schritten

Motorenpalette

Der Golf 3 war mit einer breiten Auswahl an Benzin- und Dieselmotoren erhältlich, darunter der legendäre 1,9 TDI mit 90 oder 110 PS, der für seine Langlebigkeit bekannt ist. Die Benziner reichten vom sparsamen 1,4-Liter bis zum sportlichen VR6 mit 174 PS. Beim Golf 4 wurde die Motorenpalette modernisiert: Der 1,4-Liter-Benziner wurde überarbeitet, der 1,6er bekam eine Mehrpunkt-Einspritzung, und die beliebten TDI-Motoren wurden weiterentwickelt (z.B. 1,9 TDI PD mit 101, 110, 115, 130 und 150 PS).

  • Golf 3 Benziner: 1.4, 1.6, 1.8, 2.0, VR6
  • Golf 3 Diesel: 1.9 D, 1.9 SDI, 1.9 TDI
  • Golf 4 Benziner: 1.4, 1.6, 1.8, 2.0, 2.3 V5, 2.8 V6
  • Golf 4 Diesel: 1.9 SDI, 1.9 TDI (verschiedene Leistungsstufen)

Die Motoren des Golf 4 gelten als laufruhiger und sparsamer, insbesondere die Pumpe-Düse-Diesel (PD). Allerdings sind diese auch wartungsintensiver und empfindlicher gegenüber minderwertigem Kraftstoff, wie in Foren und Facebook-Gruppen immer wieder berichtet wird.

Fahrwerk und Technik

Der Golf 4 setzte erstmals auf eine vollverzinkte Karosserie, was ihn deutlich widerstandsfähiger gegen Rost machte. Das Fahrwerk wurde komfortabler und sicherer abgestimmt, die Lenkung präziser. Zudem gab es erstmals ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) als Option, was die Fahrsicherheit weiter erhöhte. Im Golf 3 war ABS zwar verfügbar, aber ESP war noch kein Thema.

Innenraum und Komfort: Qualitätssprung beim Golf 4

Materialauswahl und Verarbeitung

Im Innenraum des Golf 3 dominieren einfache Kunststoffe, die nach Jahren oft spröde werden. Die Sitze sind bequem, aber wenig konturiert. Der Golf 4 machte hier einen deutlichen Sprung: Hochwertigere Materialien, bessere Geräuschdämmung und eine insgesamt solidere Verarbeitung sorgen für ein angenehmeres Fahrgefühl. Die Ergonomie wurde verbessert, das Cockpit wirkt moderner und aufgeräumter.

Ausstattung und Extras

Während der Golf 3 in den Basisausstattungen recht spartanisch war, bot der Golf 4 bereits in den unteren Linien Extras wie elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und bessere Radios. Klimaanlage, Sitzheizung und Navigationssystem waren beim Golf 4 häufiger anzutreffen, insbesondere auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt.

Sicherheit: Ein entscheidender Fortschritt

Der Golf 4 setzte neue Maßstäbe in der Kompaktklasse: Neben Front- und Seitenairbags waren ABS und auf Wunsch ESP verfügbar. Die Karosseriestruktur wurde verstärkt, was sich in besseren Crashtest-Ergebnissen niederschlug. Der Golf 3 verfügte meist nur über Frontairbags und ABS, Seitenairbags waren selten. Für Familien und Vielfahrer ist der Golf 4 daher die sicherere Wahl.

Verbrauch, Kosten und Steuern: Die Realität auf deutschen Straßen

Kraftstoffverbrauch und Unterhaltskosten

Offiziell lagen die Verbräuche der Benziner im Golf 3 bei 6,5–8,5 l/100 km, die Diesel bei 5–6 l/100 km. In der Praxis berichten viele deutsche Fahrer – etwa in Foren wie Motor-Talk oder auf Reddit – von leicht höheren Werten, insbesondere im Stadtverkehr oder bei Kurzstrecken. Der Golf 4 ist dank modernerer Motoren und besserer Aerodynamik etwas sparsamer, aber auch hier hängt der Verbrauch stark vom Fahrstil und der Wartung ab.

Die Kfz-Steuer ist bei beiden Modellen abhängig vom Hubraum und der Emissionsklasse. Während viele Golf 3 noch mit Euro 2 oder schlechter eingestuft sind, erreichen die meisten Golf 4 mindestens Euro 3 oder Euro 4. Das wirkt sich direkt auf die Steuerhöhe aus: Für einen Golf 3 1.6 (Euro 2) zahlt man rund 135–150 Euro jährlich, beim Golf 4 1.6 (Euro 4) sind es oft nur 108–120 Euro. Die Versicherungseinstufungen sind ähnlich, wobei der Golf 4 aufgrund besserer Sicherheitssysteme oft günstiger eingestuft wird.

Wartung und Reparatur

Der Golf 3 gilt als unkompliziert und günstig in der Wartung. Ersatzteile sind preiswert, viele Reparaturen können auch von Hobbyschraubern erledigt werden. Beim Golf 4 sind die Teile teurer, und die Technik (z.B. Pumpe-Düse-Diesel, komplexere Elektronik) erfordert oft den Gang zur Fachwerkstatt. Die vollverzinkte Karosserie des Golf 4 reduziert jedoch die Rostanfälligkeit und damit langfristige Kosten.

Gebrauchtwagenpreise und Wertentwicklung

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt sind die Preise für den Golf 3 in den letzten Jahren stabil geblieben, besonders für gepflegte Modelle mit geringer Laufleistung. Einfache Benziner starten ab etwa 1.000 Euro, gut erhaltene TDI-Modelle oder Sondereditionen können bis zu 3.000 Euro kosten. Der Golf 4 ist in der Regel teurer: Die Preise beginnen bei etwa 1.500–2.000 Euro, für gepflegte TDI- oder GTI-Modelle werden bis zu 5.000 Euro aufgerufen. Die Wertstabilität ist beim Golf 4 insgesamt höher, was auch an der besseren Rostvorsorge und der moderneren Technik liegt.

Fahrverhalten und Alltagstauglichkeit

Im direkten Vergleich fährt sich der Golf 4 komfortabler, leiser und sicherer. Die Lenkung ist präziser, das Fahrwerk schluckt Unebenheiten besser und das Sicherheitsgefühl ist höher. Der Golf 3 punktet mit seinem geringeren Gewicht und der einfacheren Technik, was ihn für Puristen und Oldtimer-Fans attraktiv macht. Für den Alltag, insbesondere mit Familie oder längeren Strecken, bietet der Golf 4 jedoch den spürbar höheren Komfort.

Fazit: Welcher Golf passt zu wem?

Der Golf 3 ist ein Klassiker, der mit robuster Technik, günstigen Unterhaltskosten und einem gewissen Retro-Charme überzeugt. Er eignet sich besonders für Einsteiger, Bastler oder als Zweitwagen. Der Golf 4 hingegen ist moderner, komfortabler und sicherer – und damit die bessere Wahl für Vielfahrer, Familien und alle, die Wert auf zeitgemäße Technik legen. Die Unterschiede zwischen offiziellen Daten und der Realität in Deutschland zeigen sich vor allem beim Verbrauch und den Unterhaltskosten: Wer einen Golf 4 mit Pumpe-Düse-Diesel wählt, sollte auf regelmäßige Wartung und guten Kraftstoff achten, um teure Reparaturen zu vermeiden.

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