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Worin bestehen die Unterschiede zwischen dem VW Golf 5 und dem VW Golf 4?

VW Golf 4 vs. VW Golf 5: Die wichtigsten Unterschiede für den deutschen Markt

Einleitung: Zwei Generationen, ein Kultauto

Der VW Golf ist seit Jahrzehnten ein Synonym für Zuverlässigkeit, Alltagstauglichkeit und solide Technik. Besonders die vierte (Golf 4, Baujahre 1997–2003) und die fünfte Generation (Golf 5, Baujahre 2003–2008) sind auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt noch immer sehr präsent. Wer sich zwischen diesen beiden Modellen entscheiden möchte, sollte die Unterschiede genau kennen – nicht nur auf dem Papier, sondern auch im echten Alltag auf deutschen Straßen. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte wie Karosserie, Motoren, Fahrkomfort, Unterhaltskosten und typische Probleme beleuchtet.

Karosserie und Design: Evolution statt Revolution

Maße und Raumangebot

Der Golf 5 ist im Vergleich zum Golf 4 in nahezu allen Dimensionen gewachsen. Die Karosserie ist länger, breiter und höher, was sich vor allem im Innenraum bemerkbar macht. Der Kofferraum fasst beim Golf 5 rund 350 Liter, beim Golf 4 sind es etwa 330 Liter. Die hinteren Sitzplätze bieten im Golf 5 spürbar mehr Beinfreiheit, was vor allem für Familien oder größere Mitfahrer ein Vorteil ist.

Verarbeitungsqualität und Materialien

Im Golf 4 wurde Wert auf eine solide, aber eher sachliche Verarbeitung gelegt. Viele Besitzer loben die Langlebigkeit der Innenraum-Materialien, auch nach vielen Jahren und Kilometern. Der Golf 5 setzte auf ein moderneres Design mit weicheren Linien und hochwertigeren Kunststoffen. Allerdings berichten Nutzer in Foren und Facebook-Gruppen, dass die Materialqualität subjektiv nicht immer als besser empfunden wird – gerade die Softlack-Beschichtungen im Golf 5 neigen bei starker Beanspruchung zu Abnutzungserscheinungen.

Motoren und Fahrleistungen: Vielfalt und Fortschritt

Motorenpalette im Vergleich

  • Golf 4: Benziner von 1,4 bis 2,8 Liter (VR6), Diesel von 1,9 TDI (68–150 PS), Sondermodelle wie R32 mit 241 PS.
  • Golf 5: Benziner von 1,4 bis 3,2 Liter (R32), Diesel von 1,9 TDI bis 2,0 TDI (bis 170 PS), erstmals FSI- und TSI-Motoren mit Direkteinspritzung und Turboaufladung.

Der Golf 5 profitierte von moderneren Motoren, die nicht nur mehr Leistung, sondern auch einen geringeren Verbrauch und bessere Abgaswerte bieten. Besonders die TSI-Motoren mit Turboaufladung sind ein technischer Fortschritt, allerdings berichten viele Fahrer von Problemen mit der Steuerkette bei den frühen TSI-Modellen.

Fahrverhalten und Komfort

Ein großer Unterschied liegt im Fahrwerk: Der Golf 5 erhielt eine aufwändigere Mehrlenker-Hinterachse, die für deutlich mehr Fahrkomfort und bessere Straßenlage sorgt. Der Golf 4 setzt noch auf eine einfachere Verbundlenkerachse, die zwar robust, aber weniger komfortabel ist. In puncto Geräuschdämmung und Federung ist der Golf 5 dem Vorgänger klar überlegen, was besonders auf längeren Autobahnfahrten auffällt.

Unterhaltskosten, Steuern und Versicherung

Gebrauchtwagenpreise und Wertentwicklung

Auf dem deutschen Markt sind beide Modelle sehr gefragt, wobei der Golf 4 als günstiger Einstieg gilt. Die Preise für gepflegte Golf 4 beginnen bei etwa 1.500 Euro, während der Golf 5 je nach Motorisierung und Ausstattung ab rund 2.500 Euro zu haben ist. Besonders seltene Modelle wie der R32 oder GTI erzielen deutlich höhere Preise. Die Wertstabilität ist beim Golf 4 nach über 20 Jahren erstaunlich hoch, wie auch dieser Beitrag zeigt.

Steuern und Versicherung

Die Kfz-Steuer richtet sich in Deutschland nach Hubraum und Schadstoffklasse. Ältere Golf 4-Diesel ohne Partikelfilter können teurer sein, während moderne Golf 5-Motoren oft günstiger eingestuft werden. Die Versicherungskosten variieren stark nach Motorisierung und Typklasse. Für Fahranfänger oder Studenten ist der Golf 4 mit kleinen Motoren meist günstiger in der Versicherung. Die Ersatzteilpreise sind bei beiden Modellen moderat, wobei der Golf 4 durch die längere Bauzeit und hohe Verbreitung oft noch günstiger zu warten ist.

Wartungs- und Reparaturkosten

Der Golf 4 gilt als besonders zuverlässig und einfach zu reparieren. Viele Werkstätten kennen das Modell in- und auswendig, Ersatzteile sind günstig und reichlich verfügbar. Beim Golf 5 können Reparaturen an der komplexeren Hinterachse oder an modernen Motoren (z.B. TSI) teurer werden. Die Elektronik ist beim Golf 5 aufwendiger, was bei Defekten zu höheren Kosten führen kann. Ein detaillierter Vergleich der Wartungskosten findet sich auch in diesem Fachartikel.

Typische Probleme und Zuverlässigkeit

Golf 4: Bewährte Technik, wenige Schwächen

Der Golf 4 ist für seine Robustheit bekannt. Besonders die 1.9 TDI-Dieselmotoren gelten als nahezu unverwüstlich, sofern regelmäßige Wartung erfolgt. Schwachstellen sind Rost an den Türkanten und am Unterboden, sowie gelegentliche Probleme mit der Elektrik (z.B. Fensterheber, Zentralverriegelung). Die Getriebe sind langlebig, lediglich beim 5-Gang-Schaltgetriebe kann es zu Synchronisationsproblemen kommen.

Golf 5: Moderne Technik, aber neue Herausforderungen

Beim Golf 5 treten häufiger Probleme mit der Steuerkette (vor allem bei den 1.4 und 1.6 TSI-Motoren) sowie mit der Elektronik auf. Die aufwändigere Hinterachse kann bei hoher Laufleistung zu teuren Reparaturen führen. Auch die Softlack-Beschichtung im Innenraum ist anfällig für Kratzer und Abnutzung. Dafür sind die Motoren sparsamer und die Abgaswerte besser, was sich positiv auf die Steuer auswirkt.

Alltagstauglichkeit und Komfort

Innenraum und Ausstattung

Der Golf 5 bietet im Vergleich zum Golf 4 mehr Platz, bessere Sitze und eine modernere Ausstattung. Klimaanlage, ESP, Seitenairbags und hochwertige Audiosysteme sind bei vielen Modellen serienmäßig oder als Option verfügbar. Im Golf 4 sind diese Extras seltener zu finden, was sich jedoch positiv auf das Gewicht und die Wartungsfreundlichkeit auswirkt. Für Vielfahrer und Familien ist der Golf 5 insgesamt komfortabler, während der Golf 4 als unkomplizierter Alltagsbegleiter punktet.

Fahrgefühl im deutschen Alltag

Auf deutschen Straßen mit wechselnden Witterungsbedingungen, unterschiedlichen Belägen und Tempolimits zeigt sich der Golf 5 als ausgewogeneres Auto. Die bessere Geräuschdämmung und das komfortablere Fahrwerk machen ihn zum angenehmen Begleiter auf Langstrecken. Der Golf 4 überzeugt durch seine Übersichtlichkeit, das direkte Lenkgefühl und die einfache Technik – ideal für die Stadt und als Zweitwagen.

Fazit: Für wen eignet sich welches Modell?

Der VW Golf 4 ist die richtige Wahl für alle, die ein günstiges, zuverlässiges und einfach zu wartendes Auto suchen. Besonders als Erstwagen, für Studenten oder als Zweitwagen ist der Golf 4 nach wie vor sehr beliebt. Der Golf 5 spricht Fahrer an, die mehr Komfort, moderne Technik und ein besseres Platzangebot wünschen. Wer Wert auf niedrige Unterhaltskosten legt, sollte beim Golf 4 auf die bewährten Saugmotoren oder den 1.9 TDI setzen, beim Golf 5 sind die neueren TDI-Motoren empfehlenswert – allerdings mit Blick auf die Wartungshistorie.

Beide Modelle haben ihre Stärken und Schwächen. Die Entscheidung hängt letztlich von den individuellen Anforderungen, dem Budget und den persönlichen Vorlieben ab. Auf dem deutschen Markt sind sowohl Golf 4 als auch Golf 5 solide Gebrauchtwagen mit guter Ersatzteilversorgung und hoher Alltagstauglichkeit.

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